Möglichkeiten der Behandlung einer
ungewollten Kinderlosigkeit

Behandlung bei ungewollter Kinderlosigkeit in Berlin in der Praxis für Kinderwunschtherapie Nach einer Reihe von Voruntersuchungen können wir in den allermeisten Fällen die Ursachen einer ungewollten Kinderlosigkeit finden und Sie bei der Erfüllung Ihres Kinderwunsches unterstützen.

Aufgrund der gestellten Anamnese wird ein individueller Behandlungsplan für Sie aufgestellt, der je nach Ursache unterschiedliche Behandlungselemente beinhalten kann. Folgend finden Sie einige Erklärungen und Beschreibungen, welche Möglichkeiten in unserer Praxis zur Verfügung stehen.

Hormonbehandlung zur Unterstützung des Eisprungs

Mit Tabletten über fünf Tage oder mit Hormonspritzen wird die Eizellreifung unterstützt. Der Eisprung wird mit einer weiteren Spritze (hCG) ausgelöst. Dadurch weiss man den genauen Zeitpunkt des Eisprungs und kann den günstigsten Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr benennen. Die Gelbkörperphase wird ebenfalls hormonell unterstützt.

Insemination

Nach einer Hormonbehandlung zur Sicherstellung einer guten Eizellreifung von ein bis drei Eibläschen wird Sperma über einen dünnen Katheter in die Gebärmutterhöhle eingebracht. So kann bei leichter bis mittlerer Einschränkung der männlichen Fruchtbarkeit die Chance einer Schwangerschaft erhöht werden.

IVF - In-vitro-Fertilisation

Behandlung bei Kinderwunsch mit IVF Die IVF wird bei Eileiterverschluss, bei Endometriose und bei unerklärter Sterilität durchgeführt. Es erfolgt die Befruchtung außerhalb des Körpers: Die Eizelle und die Samenzellen werden in einer Glasschale (in vitro) zusammen gebracht. Zuvor erfolgt eine Hormonbehandlung, bei der mehrer Eizellen zur Reifung angeregt werden. Sind genügend Eizellen heran gereift, werden diese unter Ultraschallsicht mittels einer feinen Nadel durch die Scheide entnommen.

Meist erhalten die Patientinnen während der Entnahme eine Vollnarkose. Die gefundenen Eizellen werden mit gut beweglichen Samenzellen zusammengebracht und im Brutschrank kultiviert. Am nächsten Tag sieht man, ob es zu einer Befruchtung der Eizellen gekommen ist. An diesem Tag muss das Paar sich entscheiden, wieviele Embryonen in den nächsten Tagen zurückgegeben werden sollen (maximal drei Embryonen). Die übrigen befruchteten Eizellen können eingefroren werden (siehe Kryokonservierung).

Nach weiteren ein bis zwei Tagen, in denen sich aus der Eizelle ein Embryo entwickelt hat, erfolgt der Embryotransfer, die Übertragung eines oder mehrerer Embryonen in die Gebärmutter. Dies ist schmerzlos. Die Einnistung wird anschließend mit der Gabe von Gelbkörperhormon unterstützt.

Zwei Wochen nach dem Embryotransfer wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt. Die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer Schwangerschaft ist von vielen Faktoren abhängig. Durchschnittlich liegt sie bei 28% pro Versuch.

ICSI - Intracytoplasmatische Spermieninjektion

Behandlung bei Kinderwunsch mit ICSI Diese Methode wird eingesetzt, wenn nur wenige oder schlecht bewegliche Spermien vorhanden sind, oder es bei der In-vitro-Fertilisation nicht zur Befruchtung gekommen ist. Unter einem speziellen Mikroskop wird die Samenzelle direkt in die Eizelle eingebracht. Die Vorbehandlung und alles Weitere gleicht der Behandlung bei der IVF.

MESA - Mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration

Sollte ein Verschluss der Samenleiter Ursache der Sterilität sein, kann man aus den Kanälchen des Nebenhodens Spermien gewinnen und zur Befruchtung durch ICSI einsetzen.

TESE - Testikuläre Spermienextraktion

Sollten keine Spermien im Ejakulat zu finden sein, kann man Gewebeproben aus dem Hoden entnehmen und nach Spermien durchsehen. Das Gewebe wird anschließend eingefroren und kann zur Entnahme von Spermien am Tag der intracytoplasmatischen Spermieninjektion wieder aufgetaut werden. Die Schwangerschaftsrate nach TESE liegt bei ca 20% pro Versuch.

Kryokonservierung

Überzählige befruchtete Eizellen können eingefroren und in einem Folgezyklus zurückgegeben werden. Zirka die Hälfte bis zwei Drittel der eingefrorenen Eizellen überstehen dieses Verfahren und teilen sich. Sie können dann nach einer leichten hormonellen Vorbehandlung in die Gebärmutter zurückgegeben werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft liegt bei etwa 18% pro Zyklus. Die Kryokonservierung wird von den Krankenkassen nicht übernommen.

Kryo-Embryotransfer

Es ist heute möglich, eingefrorene Zellen im flüssigen Stickstoff bei -196° über einen langen Zeitraum ohne Beeinträchtigung zu lagern.
Das ermöglicht uns, überzählig befruchtete Eizellen bei einer künstlichen Befruchtung einzufrieren (Kryokonservierung) und sie zu einem späteren Zeitpunkt in die Gebärmutter zu übertragen (Embryotransfer).
Sollte also eine Schwangerschaft ausbleiben oder bei erneutem Kinderwunsch können diese kryokonservierten Eizellen im Vorkernstadium aufgetaut und ohne vorherige Stimulationsbehandlung zum entsprechenden Zeitpunkt übertragen werden (Kryo-Embryotransfer).

Ein weiterer Aspekt ist die Möglichkeit, dass Eizellen, Spermien, Hodengewebe und Eierstockgewebe vor einer geplanten Chemo- oder Radiotherapie im Rahmen einer Krebserkrankung eingefroren werden können.
Damit ist ein Fertilitätserhalt möglich und eine spätere Realisierung des Kinderwunsches nicht ausgeschlossen.

Laser assisted hatching

Die Eizelle und der Embryo sind in den ersten Tagen von einer Eizellhülle umgeben. Diese wird bei dem assisted hatching etwas ausgedünnt, sodass der Embryo leichter aus der Hülle schlüpfen und sich einnisten kann.

Diese Methode wird vor allem bei Frauen über 37 Jahren, nach Kryokonservierung oder nach mehreren erfolglosen IVF/ICSI-Versuchen kurz vor dem Embryotransfer angewendet. Auch dieses Verfahren wird von den Krankenkassen nicht übernommen.

EmbryoGlue

EmbryoGlue ist ein Produkt, das der Umgebung in der Gebärmutter sehr ähnelt. Es ist kein "Kleber" im herkömmlichen Sinn, aber es verhält sich wie ein "Kleber", indem es die Wahrscheinlichkeit der Implantation (Einnistung) des Embryos in die Gebärmutter erhöht. EmbryoGlue ist mit Kohlenhydraten und Aminosäuren angereichert, um den Embryo während des Transfers und der Implantation zu unterstützen. Es hat eine verhältnismäßig hohe Konzentration an Hyaluronsäure und enthält auch die sicherste Proteinquelle, die heute zur Verfügung steht, nämlich rekombinantes Albumin.

Blastozystenkultur

Üblicherweise erfolgt der Embryotransfer nach IVF/ICSI am 3. Tag nach Befruchtung.
Bei einer Weiterkultivierung der Embryonen in entsprechenden Kulturmedien bis zum 5. Tag nach Befruchtung, kann der Embryo das Blastozystenstadium erreichen.
In diesem Stadium gelangt auch bei einer natürlichen Schwangerschaft der Embryo in die Gebärmutterhöhle. Die verlängerte Kultur nach künstlicher Befruchtung ermöglicht somit, den idealen Zeitpunkt des Transfers in die Gebärmutterhöhle zu erreichen.